Lokale Agenda 21

Zukunftsfähigkeit gestalten

In der Berliner Lokalen Agenda 21 werden sieben Handlungsfelder und zwei Querschnittsaufgaben beschrieben und mit Qualitätszielen, Handlungszielen und Maßnahmen konkretisiert. Die Berliner Lokale Agenda 21 können sie hier als PDF-Dokument öffnen oder herunterladen.
 

Die folgenden Beispiele geben Ihnen einen kurzen Einblick in eine Auswahl der Themenbereiche.

 

Mobil sein und vorankommen

Eines der Handlungsfelder befasst sich mit dem Thema Verkehr & Mobilität. Ökologische und soziale Belastungen des motorisierten Individual- und Güterverkehrs gilt es zu mindern, unter anderem durch eine Aufwertung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und die Verbesserung der Infrastruktur für Fuß- und Radfahrer. Ziel ist es, die Lebensqualität des städtischen Raumes für alle zu erhöhen. Aber nicht nur für die Bürger/innen der Stadt soll durch eine andere Fokussierung von handlungsleitenden Ideen im Mobilitätsbereich letztlich eine bessere Umweltqualität erreicht werden. Auch die Belastungen, die der Verkehrssektor aufgrund seiner Schadstoffemissionen unserer Umwelt und unserem Klima zumutet, sollen verringert werden.

Konkret wurde in der Lokalen Agenda 21 unter anderem vereinbart, die verkehrsbedingten Klimagasemissionen um 15 Prozent bis 2020 (gegenüber 1990) und um 25 Prozent bis 2030 zu reduzieren.

 

Mitreden und mitentscheiden

Die nachhaltige Entwicklung einer Stadtgesellschaft lebt auch durch einen aktiven Austausch zwischen Bürger/innen, Politik und Verwaltung. Ein Handlungsfeld der Berliner Lokalen Agenda 21 befasst sich daher mit bürgerschaftlichem Engagement und Partizipation. Denn die Bürger/innen sind nicht nur Betroffene politischer Entscheidungen, sondern auch mitverantwortliche Akteure. Mitsprache und -verantwortung kann aber nur gelingen, wenn entsprechende Strukturen den Willen und das Engagement der Bürger/innen aufnehmen und in die Entscheidungsfindung von Politik und Verwaltung integrieren. Hierzu müssen Kraft und Fähigkeiten der Bürger/innen, die sich aktiv in die Gestaltung des Gemeinwesens einbringen wollen, aktiviert und gewürdigt werden. Stattfindende Partizipationsprozesse und die hier eingebrachten Anregungen sind von der Politik und der Verwaltung aufzunehmen und in die Abwägung von Entscheidungen einzubeziehen. Vor allem auch jungen Menschen muss frühzeitig die Möglichkeit gegeben werden, Verantwortung für sich selbst, für andere und für die Stadtgesellschaft zu übernehmen.

Konkret wurde in der Lokalen Agenda 21 unter anderem vereinbart, die Anzahl der offiziellen Beteiligungsverfahren (ohne Bauleitplanung) und Beteiligungsgremien wie Stadtteilkommissionen oder Bürgerforen um 50 Prozent zu erhöhen. Auch sollen in der Zukunft mindestens ein Drittel der Berliner Einwohner/innen ehrenamtlich tätig sein. Hierzu sind in sämtlichen Berliner Bezirken Freiwilligen-Agenturen als Vermittler ehrenamtlicher Betätigungsmöglichkeiten zu schaffen und zu erhalten.

 

Nachhaltig wirtschaften und qualitativ wachsen

Forderungen nach unbegrenztem wirtschaftlichen Wachstum sind angesichts der globalen Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen nicht zukunftsfähig. Doch eine bewusste Abkehr von wachstumsorientierter wirtschaftlicher Entwicklung und einer Steigerung von Einkommen und Wohlstandsniveau stößt auf Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung. Daher geht die Lokale Agenda 21 von der Leitidee eines qualitativen Wachstums aus, in der die Steigerung der Ressourcenproduktivität ständig über dem wirtschaftlichen Wachstum liegen muss, sodass der Verbrauch der natürlichen Ressourcen jährlich zurück geht. Damit dies gelingen kann, muss es zur Intensivierung qualitativen Wachstums; zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe; zur Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Bildungsstandortes; zur Schaffung von Arbeitsplätzen durch Verteilung der Arbeit und zur Finanzierung von Arbeit statt Arbeitslosigkeit kommen. Ziel der wirtschaftlichen Entwicklung muss es sein, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen und dadurch allen Erwerbstätigen ein angemessenes Einkommen zu ermöglichen.

Konkret wurde in der Lokalen Agenda 21 unter anderem vereinbart, die Ressourcenproduktivität bis 2015 zu verdoppeln (gegenüber 1990) und bis 2030 um den Faktor 4 zu erhöhen; die Senkung des Anteils der Erwerbstätigen, die unter die Armutsgrenze fallen, auf Null Prozent zu reduzieren und eine Senkung der bekannt gewordenen Berufskrankheiten um 25 Prozent zu erreichen.