Mittelkürzung bei Berlin 21 um fast 50 %
Die aktuelle Entwicklung in der Stadt zum Thema Lokale Agenda 21 veranlasst uns, konkret über die Abwicklung des Vereins Berlin 21 durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu informieren. Obwohl Berlin 21 im Jahr 2004 mit großer Öffentlichkeit im Roten Rathaus, in Übereinkunft mit dem Abgeordnetenhaus, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Zivilgesellschaft gegründet wurde, zeichnet schon länger ab, dass sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von der Agenda 21 verabschieden will.
Ausdruck dafür waren und sind u.a.:
- der Abzug von Mitarbeitern der Verwaltung aus dem Agenda-21-Prozess,
- die Ablehnung der Bereitstellung von Räumen in Verwaltungsgebäuden der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für die Beratung der Agenda-21-Gruppen,
- die Ablehnung der Teilnahme der zuständigen Verwaltungsmitarbeiter/innen an Vorstands- und Sprecherratssitzungen
- und aktuell der Bescheid der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an Berlin 21 über die fast 50 %-tige Mittelkürzung im laufenden Jahr 2010.
Wir werden um eine angemessene Arbeitsfähigkeit des Vereins Berlin 21 e.V. kämpfen. Deshalb werden wir uns weiterhin bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung um zusätzliche Projektmittel bemühen. Außerdem verstärken wir die Akquise um Drittmittel. Bis dahin werden wir die Finanzierung der Vereinsarbeit mit eigenen Mitteln und ehrenamtlichen Kräften überbrücken. Wir pflegen den Kontakt zu Abgeordneten des Berliner Landtags und bitten um Unterstützung für den Verein.
Wir veröffentlichen im Folgenden Stellungnahmen und Proteste zur Berliner Agenda 21, die bei uns eingegangen sind:
Stefan Richter, Geschäftsführer, GRÜNE LIGA Berlin e.V.
"Die Mittelkürzung zeigt einmal mehr, dass Nachhaltigkeit im Senat keine ausreichende Lobby hat. Mehr Geld in Köpfe und nicht in Beton ist eben nur ein schöner Spruch - leider. Berlin 21 sollte hier Alternativen bieten und dafür braucht man neben Ideen, Mut und starken Partnern auch Geld. Wir brauchen einen Dachverband und eine Klammer für die vielen kreativen Nachhaltigkeitsinitiativen der Stadt. Es gibt noch viel zu tun."
Fritz Franke, Vorstandsmitglied (Vertreter der Regionalen Partnerschaft Barnim-Uckermark aktiv e.V. in der gesellschaftlichen Allianz "Mark und Metropole")
"Die Regionale Partnerschaft Barnim-Uckermark aktiv e.V, Gründungsmitglied der gesellschaftlichen Allianz "Mark & Metropole", hat mit Bestürzung von der Mittelkürzung des Berliner Senats für die Lokale Agenda Berlin 21 Kenntnis genommen. Eines der wichtigsten Anliegen der Regionalen Partnerschaft ist der Ausbau der Belieferung Berlins mit regionalen Produkten aus dem Barnim und der Uckermark, um die Wertschöpfung und Sicherung von Arbeitsplätzen in beiden Regionen nachhaltig zu sichern. Als ein wichtiges Ziel für den Berliner Agenda-Prozess wurde formuliert, die Versorgung der Berliner Bevölkerung bis zum Jahr 2010 zu einem Drittel mit regionalen Lebensmitteln aus Brandenburg und Berlin zu gewährleisten. Dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne. Berlin 21 ist einer der wichtigsten Träger von "Mark & Metropole" und damit auch der gesellschaftlichen Säule der Regionalmarke VON HIER in der Berliner KAISER'S Märkten und anderen Vertriebsschienen. Es besteht nunmehr die Gefahr, dass Berlin 21 nicht mehr in der Lage ist, diesen Prozess zielführend zu begleiten und die gesellschaftliche Allianz zusammenbricht. Viel Zeit und Kraft haben die Regionale Partnerschaft und andere gesellschaftliche Kräfte in diesen Prozess investiert. Das darf nicht umsonst gewesen sein. Der Berliner Senat sollte Wege finden, um dies zu verhindern."
Fanny Schnorr, Mitglied des Freien Theaterwerks Gavroche e.V.,
"Ihre Art ist es, Plakate aufhängen nicht zu verbieten, sondern die Preise für den Leim in die Höhe zu treiben, in dem sie die Subventionen in Autobahnen vergraben.
Die Tat liegt bei dem, der etwas tut.
Das Geld liegt bei dem ... hmm. der etwas geldet?
Aber man darf dem Künstler nicht seine Farbe nehmen! Wenn seine Fantasie doch immer noch die Bilder im Kopf malt, die großartigsten Dreiecke und Gesichter,
Dinge die es sich nicht lohnt zu erklären, weil sie erst auf dem Blatt ihre volle Wirkung erzielen.
Aber das Blatt liegt weiß vor ihm...?
Das wäre ebenso wie, als wenn man einem Arbeiter, die Leiter unter den Beinen wegzieht.
Oder-ach..
Es gibt sicherlich noch unendlich fantasievoll umschreibende Metaphern, aber was es meint ist:
Was sollen wir schaffen, in einer Welt, in der uns die Hände gebunden werden?"
Dipl.-Psych. Jasmin Honold, DFG-Graduiertenkolleg Stadtökologische Perspektiven III, HU Berlin
"ich wollte nur mal mitteilen, dass ich sehr darauf hoffe, dass Berlin 21 bleibt! Ihr gebt meinen Lieblings-Newsletter heraus, kündigt immer die meisten und spannensten Projekte und Aktionen an und seid für Berlin eine wirkliche Bereicherung."
Marta Mysik, Dipl. Sozialwissenschaftlerin
"Vereine wie Berlin 21, die den Ideen einer kreativen Stadtentwicklung verpflichtet sind, tragen wesentlich dazu bei, dass Räume der Vielfalt entstehen können, dass Menschen, die tagtäglich ihre Form der Vielfalt leben möchten, ein Forum erhalten um sich auszutauschen und sich bei ihren Problemen zu helfen. Es geht also im Wesentlichen darum, Räume der gegenseitigen Anerkennung zu schaffen um so einer Vereinheitlichung und der Verdrängung des Anderen entgegenzuwirken.
Die Kürzung der Mittel für gemeinnützige Organisationen ist sicherlich nicht ihr Untergang. Zivilgesellschaftliche Selbstorganisation scheint aber eine Bedrohung für die Politik zu sein. Möglicherweise wird ersichtlich, dass ein gewisser Teil der Verwaltung angesichts selbstorganisierter Strukturen überflüssig wird. Hier handelt es sich um ein Spannungsverhältnis, das sich jedoch nicht gegenseitig ausschließen muss. In der Konfrontation, in der Spannung entsteht etwas Neues, Lebendiges. Spannung ist Erschütterung ist Vielfalt."
Jürgen Hans, Wagendorf Lohmühle Kulturbanausen e.V.
"mit Verwunderung und großer Verärgerung haben wir von den Planungen des Berliner Senats erfahren, Berlin 21 e.V. die finanziellen Mittel massiv zu kürzen. Berlin 21 e.V. fördert beispielhaft die Umsetzung der Ziele der lokalen Agenda 21. Die Stärkung des Dialogs zwischen Stadtbewohner/innen und politischen Entscheidungsträgern, die Ausarbeitung basisdemokratisch legitimierter Handlungsempfehlungen zur Stadtentwicklung, die Veröffentlichung und Diskussion der Ideen und Anregungen verschiedenster gesellschaftlicher Gruppierungen sowie die Förderung bürgerlichen Engagements sind unverzichtbare Bestandteile einer Bürgerbeteiligung von unten.
Diese wertvolle Arbeit, die Berlin 21 e.V. leistet, durch eine massive Mittelkürzung in ihrer Substanz zu bedrohen, ist kurzsichtig und dumm.
Wer wie der Berliner Senat öffentlich die Förderung einer demokratischen Kultur von unten öffentlich propagandiert und gleichzeitig den Vereinen, die sich der Forderung dieses Ziels verdient machen, die notwendigen Mittel kürzt, verliert erheblich an politischer Glaubwürdigkeit.
Wir werden diese unakzeptablen Planungen des Senats in den Organisationen, in denen wir vertreten sind, ansprechen und sichern euch unsere volle Solidarität zu."
Thimm Hoth O'C., Mitglied des Freien Theaterwerks Gavroche e.V., Musiker
"Schämen sollten sich die, die mit einer Dreistigkeit vor die Kameras treten und von Nachhaltigkeit und Entwicklung sprechen, und dann einem Projekt wie Berlin 21 so ein Bein stellen. Für mich ist eure Arbeit ein Zeichen für wahres Interesse für die Umwelt, die Gesellschaft und eigentlich auch für die Politik. Ich dachte immer, das soetwas in einer Symbiose funktionieren sollte, aber hah! - denkste.
In meinen Augen ist eure Arbeit zu wichtig, um aus lauter Trotz zu sagen 'Dann machts halt ohne uns!', und daher begrüße und unterstütze ich gerne jeden aufkommenden Kampfeswillen - und daraus folgernde Aktionen - um B21 zu erhalten.
Mal abgesehen davon, dass ihr keine Biermeile oder eine Werbekampagne seid, die der Gesellschaft wirklich etwas bringen (!!), ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Warum sollte er also sein Verhalten und Denken ändern und an Nachhaltigkeit denken?
Was wir in Berlin brauchen, sind weniger Jugendzentren, -aktivitäten und Kulturprojekte, dafür mehr Eigentumswohnungen, zubetonierte Parks und immer schön sanierte Regierungsgebäude. Vermutlich wird von dem euch erhofften Geld irgendein nettes Bankett für fette, unnütze Minister und sogar Pressemitglieder gegeben (die ja bei den grandiosen Projekten von B21 oftmals sehr rar waren - vielleicht überfressen??).
Eine schaurige Zukunftsvision.
Mein Wunsch ist es, dass endlich Vernunft einkehrt! Nicht in die, die regieren. Sondern in die, die wählen. Es ist wie in einer bekannten Mobilfunk-Fernsehwerbung: man kreuzt irgendwas auf dem Zettel an und bekommt dafür - nun ja, kein Lama - aber verlogene Schweine!
Und zuletzt, leider fast wie auf einer Beerdigung: mein Beileid! ABER auch viel Kraft, viel Mut, vielen Dank für die schönen Zeiten und Dinge, die ich bei euch haben und lernen durfte! Ich stehe hinter euch! Und wenn dies jemand vom Senat lesen sollte: Buh!"
Saskia Thomas, Theatercoach & Schauspielerin.
"ich verstehe gar nicht, was ihr habt. wenn alles mit euch schön reibungslos funktionieren würde, wenn alles, was ihr macht, in die fein säuberlich beschrifteten schubläden der verwalter passen würde, wenn alle projekte gut in die alten ordner der bürokraten einsortiert werden könnten, oder wenn ihr einfach nur nichts machen würdet, dann hättet ihr auch eure probleme nicht. es liegt an euch! ihr müsstet einfach nur ein kaltes, hartes teil der seit ewigen zeiten gleich mahlenden maschine sein. tot, doof und gewissenlos.
von wegen die gesellschaft ist ein lebendiger organismus, der gepflegt sein will. alles was von selbst geht, blüht und gedeiht, muss nicht gepflegt werden! und berlin ist eine stadt, in die junge leute von selbst kommen - und sich gerne bis zur desillusionierung durchbeißen. netzwerkarbeit - so ein quatsch! wenn einer mit einem was machen will, können sie es doch! keiner hindert keinen daran. weitergabe einer lebenswerten zukunft an die nächste generation? wieso soll man dafür etwas tun? die leute sind doch sowieso da. berlin - eine schöne stadt - in der es freude machen soll, zu leben? wo kommen wir denn da hin! das ist unrealistisch - schon weil jeder was anderes will. wer gehen will, soll doch einfach gehen! die menschen sensibilisieren für die probleme der stadt? wozu denn? wenn sie es nicht von alleine merken - wozu schlafende hunde wecken?
zusammenarbeit von kultur, soziales und wirtschaft... gibt es doch! die o2-world ist doch ein schönes beispiel dafür, oder so manches großsponsoring von bier-events, oder förderung von kleinstprojekten... - alles kann man nicht haben! und schon gar kein lokales denken in zeiten der globalisierung!
und jetzt mal im ernst: nachhaltigkeit - was ist das für ein unwort!
meint ihr vielleicht im ernst, dass ihr mit euren jugend-zukunfts-projekten in der lokhalle und in der ringbahn und auf dem alex und mit eurer zeitung, in der absurderweise von positivem engagement berichtet wird, irgend etwas bewegt habt? und wenn ja, kann man es messen? in zahlen? wie soll das verbucht werden in dem einnahmen- und ausgabenbuch des senats?
habt ihr euch das schon mal überlegt?
also echt mal: ihr denkt nur an euch!"
Andrea Kuserau und Stephan F. Greulich, Gründerin und Gründer Konsumhelden
"Wer es ernst meint mit dem nachhaltigen Wandel, der braucht unbestritten einen langen Atem. Gerade in einer Zeit, in der in Berlin einiges in Schwung kommt, wie Konsumhelden meint, ist es völlig unverständlich, dass der Senat finanzelle Ressourcen im Bereich Nachhaltigkeit drastisch kürzt. Ausgerechnet einem Akteur wie Berlin 21, der hier eine zentrale Funktion übernimmt. Selbst in einer Zeit knapper Kassen ist eine solche Entscheidung unsinnig - sie kommt der Verweigerung gleich, einer zarten Pflanze weiter Wasser zu geben. Dies ist rückwertsgewandt und muss schnell korrigiert werden. Berlin muss zurück zu einer Vorreiterrolle."
Dipl. - Pol. Anuschka Guttzeit, Mitbegründerin der Berliner BI "Bäume am Landwehrkanal"
"Für die Bevölkerung ist nicht nachzuvollziehen, wofür in Berlin erstaunlicherweise Geld da ist und wofür angeblich kein Geld da ist. Wozu hatte das Abgeordnetenhaus Berlin die "Berliner Lokale Agenda" 2006 beschlossen? Tatsächlich ist die Bürgerbeteiligung darin nicht zwingend und verbindlich vorgeschrieben. Am Ende von z.T. Jahre andauernden Runden Tischen, Mediationsverfahren und Verhandlungen aller Art machen die Regierenden deshalb meist trotzdem das, was sie von vorn herein geplant hatten. Sie wollen nichts von ihrer Macht abgeben! Dies führt zu Politikverdrossenheit. Wir brauchen endlich eine "Berliner Lokale Agenda 21", die die Bürgerbeteiligung an Freiraum - und Stadtentwicklungsprozessen zwingend vorschreibt und deren Ergebnisse für die PolitikerInnnen verbindlich sind. Wir brauchen mehr direkte Demokratie in Deutschland wie es der Verein "Mehr Demokratie" fordert: Bundesweite für die Politik verbindliche Volksentscheide über Sachfragen. BürgerInnenfreundliche, verbindliche Volksentscheide in allen Bundesländern und verbindliche Bürgerbegehren ohne bürokratische Fallstricke in allen Städten und Gemeinden sind nötig. Auch auf EU - Ebene besteht ein massives Demokratie - Defizit.
Wie lautet die Begründung dafür, dass die vergleichsweise lächerlichen 70.000 Euro, die der Verein Berlin 21, bisher jährlich vom Senat erhalten hat, halbiert werden? (Ich erinnere daran, dass der Senat plant, allein für die unnötige Verlängerung der Autobahn 100 ca. 80 Millionen Euro zu verschwenden. Erstaunlicherweise ist dafür im hochverschuldeten Berlin offenbar genug Geld da, ebenso wie für die Luxussanierung der Staatsoper für insgesamt ca. 238 Millionen Euro, für die das Land Berlin anteilig zahlt). Ist die Vernetzung nachhaltiger Projekte, Aktionen und Initiativen in den Augen des Senats plötzlich nur noch die Hälfte wert? Und das trotz der Klimakatastrophe, die laut dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung gerade in Städten wie Berlin zunehmend zu gesundheitsgefährdenden Hitzeperioden und zu vermehrten Starkregenfällen führen wird? Wie es die Politik angesichts der vielen Fehlentscheidungen auf allen Ebenen schaffen will, das offizielle Ziel zu erreichen, die CO2 - Emissionen bis 2020 um 40 % zu reduzieren, ist mir schleierhaft. Für ein "Modellprojekt ökologische Sanierung Berliner Landwehrkanal" wie es die Bürgerinitiative "Bäume am Landwehrkanal" im reinsten Sinne der Berliner Lokalen Agenda 21 seit 2007 fordert, hat sich die zuständige Senatorin für Stadtentwicklung Frau Junge - Reyer leider nie ernsthaft interessiert. Dabei könnte es längst ein weltweit beachtetes innovatives ökologisches Vorzeigeprojekt der deutschen Hauptstadt sein! Das Modellprojekt würde jede Menge zukunftsorientierte Arbeitsplätze unter Anwendung neuester emissionsarmer Technologie schaffen. 2011 sind die Wahlen zum Abgeordnetenhaus. Dann können wir BürgerInnen den Verantwortlichen die Quittung geben für ihre rückständige Politik."
Stefan Gelbhaar, Landesvorsitzender Bündnis 90/Die GRÜNEN Berlin
Anlässlich des Offenen Briefes des Bürgerforums Lokale Agenda 21 erklärt
Stefan Gelbhaar in der Pressemitteilung vom 5. Mai 2010 mit dem Titel "Senat setzt sich von den Bürgern ab":
"Der Senat will sich davon sang- und klanglos aus der Agenda 21 verabschieden. Das ist das Gegenteil der Zusagen der Senatorin Junge-Reyer und entgegen den Vorgaben des Parlaments. Der Senat zeigt kein ernsthaftes Interesse an bürgerschaftlichem Engagement. Dabei geht es insgesamt nicht um viel Geld. Der Senat hat z.B. die ungefähr zehnfache Summe für Rechtsberatung in Bezug auf die A 100 verpulvert."
Irma Franke-Dressler, Landesvorsitzende Bündnis 90/Die GRÜNEN Berlin
Anlässlich des Offenen Briefes des Bürgerforums Lokale Agenda 21 erklärt
Irma Franke-Dressler in der Pressemitteilung vom 5. Mai 2010 mit dem Titel "Die Senatspolitik verliert noch mehr an Bodenhaftung":
"Umweltschutz, bürgerschaftliches und soziales Engagement brauchen Planungssicherheit und keine Sonntagsreden. Klimaschutz ist in Berlin angeblich Chefsache. Die Realität sieht aber anders aus. Berlin 21 stellt das koordinierende Dachorgan der Lokalen Agenda 21 für Berlin dar. Berlin 21 ist eine viel beachtete Initiative, die Lebensader für die Lokalen Agenda 21-Initiativen auf Bezirksebene. Gerade in Zeiten knapper Kassen ist aber ein Gemeinwesen auf zusätzliches Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Wer Nachhaltigkeit nicht als leere Floskel gebraucht, muss das auch durch Taten deutlich machen."
Milena Riede, Mitbegründerin der Berliner Jour-Fixe Treffen Berliner Nachhaltigkeitsinitiativen www.nachhaltigesberlin.de
"Mit großer Bestürzung habe ich von der geplanten drastischen Mittelkürzung für Berlin 21 e.V. erfahren. In Zeiten, in denen der Klimawandel in aller Munde ist und die Idee einer nachhaltigen Entwicklung sich mehr und mehr in allen Gesellschaftsbereichen ausbreitet, erscheint diese Mittelkürzung eines wichtigen lokalen Nachhaltigkeitsakteurs ganz klar ein falsches Signal zu setzen. Die Idee der Nachhaltigkeit lokal lebbar zu machen, eine Veränderung unseres nicht-nachhaltigen Lebensstils hin zu einer zukunftsfähigen Lebensweise, dafür braucht es einen langen Atem, vielfältige Aktivitäten, intensive Information der Menschen, einen breiten Diskussionsprozess über nachhaltige Themen und vor allem eine gute Koordination der vielfältigen Akteure und Aktivitäten. Dafür braucht es den Verein Berlin 21 e.V., der seit vielen Jahren mit ohnehin geringem Budget vielfältige Aktivitäten, umfangreiches Wissen und ein breites Netzwerk an Akteuren aufgebaut hat. Diese Mittel gehören nicht gekürzt, sondern um ein vielfaches aufgestockt, um die Idee der Nachhaltigkeit in Berlin wirkungsvoll voranbringen zu können!"
Bürgerforum Lokale Agenda 21 Tempelhof-Schöneberg, AK für Öffentlichkeitsarbeit:
Frank Mues - Sprecher AK Wirtschaft und Energie, Michael Delor - Sprecher AK Öffentlichkeit, Roswitha Rother - Sprecherin AK Naturschutz, Verkehr und Stadt, Sieglinde Dürr - Sprecherin AK Soziales, Susanne Bischoff - Sprecherin AK Gesundheit und Ernährung
"Mit Bestürzung haben wir von der im Schreiben der Staatssekretärin, Frau Krautzberger, vom 17.03.2010 an den Verein Berlin 21 in Aussicht gestellten Kürzung der Mittel um fast 50 % gehört. Berlin 21 stellt das koordinierende Dachorgan der Lokalen Agenda 21 für Berlin dar. Seine bisherigen Leistungen sind in ihrer positiven Tragweite gar nicht genug erkannt und gewürdigt worden. Berlin 21 ist gerade für die bezirklichen Lokalen Agenda 21-Initiativen als Multiplikator und Umsetzungshilfe des Agenda-Prozesses von RIO 1992 ungemein wichtig geworden. Dies trifft insbesondere für die Zeit nach dem finanziellen und organisatorischen Rückzug durch Wegfall der Koordinatorenstellen beim Senat und den Bezirken zu. Es gibt einen Beschluss des Abgeordnetenhaus, in dem eindeutig der gesellschaftliche Wille zur Weiterentwicklung der Lokalen Agenda 21 in Berlin klargestellt wurde. Dass nur durch ausreichende finanzielle Unterstützung dieser Wille umgesetzt werden kann, bestätigt die bisherige Praxis. Eine finanzielle Kürzung und zu diesem Zeitpunkt kann nicht akzeptiert werden. Dazu kommt, dass die Schnittstellen zur Senatsverwaltung durch Personalentzug aus den koordinierenden und entscheidungsfähigen Gremien des Vereins geschwächt werden. Welche Dimensionen sind dahinter noch zu vermuten? Es ist den Verantwortlichen offensichtlich nicht deutlich genug gemacht worden, was für ein Ativitätspotential im Ehrenamt durch den Initiativprozess der Lokalen Agenda 21 geweckt wurde und noch lange nicht ausgeschöpft werden konnte. Agenda 21 ist als ständiger Prozess und nicht als einfache statische Strukturbildung zu etablieren. Werden allerdings Lenkungsstrukturen, wie es der Verein Berlin 21 im Bereich der Bürgerschaft darstellt, in der genannten Form geschwächt, beraubt sich die politische Entscheidungsebene einer sich selbst stabilisierenden Bürgermitbestimmung. Ist dies nicht mehr gewollt, muss es deutlich gesagt werden. Wir bitten aber dringend zu bedenken, dass gerade in armen Zeiten intelligente Lösungen gefördert werden müssen. Das trifft nicht nur für die Wirtschaft zu. Die richtigen Stellen ausreichend zu unterstützen, z. B. eine Gelenkstruktur, wie es Berlin 21 ist, muss hier angesagt sein. Es ist also "nur" ein Verteilungsproblem. Die austrocknenden Maßnahmen bei Berlin 21 als Koordinator der Bürgeraktiven in den Bezirken pflanzen sich in erheblichen Maße bis in die z. T. informell abhängigen bezirklichen ehrenamtlichen Bürgerleistungen weiter fort. Es gibt auch eine Konjunktur des Ehrenamtes. Ist es der Wille der Entscheidungsträger, die gerade aufstrebende Aktivitätskurve auch in diesem Bereich zu drücken? 3.000 Ehrenamtausweise sind kein Ersatz. Finanzielle Unterstützung an der richtigen intelligenten Stelle ist die kostengünstigste Variante, da der Mehrwert erheblich größer ist. Es muss die Gesamtbilanz betrachtet werden. Entfallen die ehrenamtlichen Bemühungen in den Bezirken, pflanzt sich die Inaktivität pilzartig in die Bezirksverwaltungen fort. Der Spardruck von oben, gepaart mit fehlendem Aktivitätsdruck von unten ist nun wirklich kein Motivationsbeschleuniger – für keine Verwaltung. Schon angelaufene Strukturierungen im Sinne der Agenda 21 werden kostenträchtig einschlafen. Auch die Verwaltung wird dann von demotivierten Menschen eben nur verwaltet. Wo ist hier der Mehrwert?
Die Wirtschaft hat die Zeichen der Zeit erkannt. Der im Sinne der Agenda 21 geprägte Begriff "Nachhaltigkeit" wird als Prozess immer verstärkter in das Portfolio übernommen. Die drei Parameter Ökologie, Ökonomie und Soziales beschreiben nur eine strukturelle Momentaufnahme. Sie bilden eine verwendbare Raumkoordinate. Kommt der Zeitfaktor dazu, verantwortliche Planung für und in die Zukunft, entsteht der stabilisierende Wirkungsprozess, der uns aus diversen Miseren herausholen kann. Das Bürgerforum Lokale Agenda 21 Tempelhof-Schöneberg hat zum Überprüfen von Entscheidungen auf Nachhaltigkeit die "Nachhaltigkeitswaage" entwickelt. Bei einer o. g. Kürzung würde die ökonomische Waagschale die ganze Waage ins Wanken bringen. Aussage und Handlung müssen auch in der Politik harmonisch übereinstimmen: In der Nachhaltigkeit glaubwürdig bleiben. Unterstützen Sie bitte den Verein Berlin 21 weiterhin und nehmen Sie Abstand von finanziellen Kürzungen.
Oliver Schworck, Bezirksstadtrat, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin - Abteilung Bürgerdienste, Ordnungsaufgaben, Natur und Umwelt
"Sehr geehrte Frau Krautzberger, mit Verwunderung und Besorgnis zugleich, habe ich ein Schreiben des Vorstands von Berlin 21 e.V. zur Kenntnis erhalten, indem der Verein seine aktuelle Situation hinsichtlich der institutionellen Förderung darstellt. Demnach hat der Verein eine Mittelkürzung um fast 50 % zu erwarten, die - nach eigener Darstellung - den Verein an die Grenzen seiner Handlungsfähigkeit stoßen lässt. Zudem beklagt der Verein die Verabschiedung vom Agenda 21- Prozess in Berlin und die ablehnende Haltung gegenüber dem Verein seitens Ihres Hauses. Ich bedauere diese Entwicklung sehr, da meines Erachtens der Verein Berlin 21 e.V. mit großem Engagement arbeitet und wesentlich dazu beiträgt, die Kommunikation zwischen den Akteuren im Rahmen der Lokalen Agenda 21 in Berlin zu befördern und zu befruchten. Berlin 21 nimmt eine wichtige Rolle im Prozess der Umsetzung der Lokalen Agenda 21 ein. Die Zurücknahme der Personalausstattung des ehemaligen Agendabüros erschwert ohnehin schon die Arbeit von Berlin 21 und den LA 21 Akteuren in Berlin. Ich rege an, die Entscheidung zur Mittelkürzung zu überdenken. Die Mittelkürzung trägt sicher nicht dazu bei, das vorhandene Bürgerengagement angemessen zu würdigen."
Dr. Albert Statz, Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirates Brandenburg, ehem. Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, Regierungsdirektor a.D.
"Mit großem Unverständnis habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Mittel für den Verein Berlin21, den zivilgesellschaftlichen Träger der Lokalen Agenda in Berlin, um fast 50 Prozent gekürzt hat.
Die Lokale Agenda, die am 8. Juni 2006 vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde und wesentlich auf die Initiative der Lokale-Agenda-Gruppen zurückgeht, hat mit ihrer Ausarbeitung von Handlungsfeldern und der Formulierung von quantifizierten Zielen sowohl für nachhaltige Politik auf kommunaler Ebene als auch für die Konzepte von Nachhaltigkeitsstrategien auf Landesebene eine wichtige Vorbildfunktion. Diese nun mit Leben zu erfüllen ist eine Voraussetzung dafür, den vielfältigen Entwicklungen entgegen zu treten, unsere natürlichen Lebensgrundlagen auf Dauer zu gefährden und die vorhanden Tendenzen zur sozialen Ausgrenzung noch zu verschärfen.
Zivilgesellschaftliches Engagement ist dafür eine wesentliche Voraussetzung. Sonst wird das häufig gehörte Argument, die Möglichkeit staatlicher Institutionen seien begrenzt, um das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung bei dem Menschen zu verankern und auf Verhaltensänderungen hinzuwirken, zum Alibi. Ohne die Offenheit der Politik gegenüber politischer Partizipation droht zivilgesellschaftliches Engagement ins Leere zu laufen. Es braucht gleichzeitig materielle Unterstützung, um Kontinuität zu wahren, einen organisatorischen Rahmen zu gewährleisten und neue Initiativen zu ergreifen.
Der Verein Berlin 21 spielt eine wichtige Rolle, Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Stadt zu bündeln. Dies ist um so wichtiger, weil wir alle wissen, wie schwierig es ist, für eine neue Politik unter dem Vorzeichen der Nachhaltigkeit Menschen zu gewinnen. Er ist Ansprechpartner und bietet einen Raum für Kommunikation, Vernetzung und neue Initiativen. Wie immer man einzelne Aktivitäten bewertet - ein organisatorischer und politischer Rahmen, in dem fruchtbare Lernprozesse und eine ernst zu nehmende politische Partizipation organisiert werden können, ist unerlässlich. Und nur wenn dieses Engagement Resonanz und Wertschätzung durch die Politik erfährt, kann ein solches Engagment trotz aller Widrigkeiten von Dauer sein.
Deshalb bleibt der Senat von Berlin aufgefordert, seinen Beitrag hierzu zu leisten, anstatt durch eine Haushaltskürzung für den Verein Berlin21 zivilgesellschaftliches Engagement für kommunale Nachhaltigkeit massiv zu gefährden.
Stefan Ziller, MdA Bündnis 90/Die Grünen
Beerdigt Junge-Reyer die Berliner lokale Agenda 21?
Wir fordern den Senat auf, die vom Abgeordnetenhaus mit dem Haushalt beschlossenen Zuwendungen für den Agenda 21-Prozess umgehend zu gewähren. Die Kürzung der Zuwendung um nahezu die Hälfte, zudem im laufenden Haushaltsjahr, droht dem bürgerschaftlichen Engagement für eine nachhaltige Entwicklung Berlins die Spitze abzubrechen. Will die verantwortliche Senatorin, Frau Junge-Reyer, die Aktivitäten für die Umsetzung der Agenda 21 in Berlin abwickeln und beenden? Anders lässt sich die unangekündigt erfolgende Mittelkürzung kaum erklären.
Mit dem Beschluss der lokalen Agenda 21 im Jahre 2006 hat das Abgeordnetenhaus Berlin dem Berliner Senat Leitlinien für eine zukunftsfähige Politik zur Seite gestellt. Die Lokale Agenda 21 Berlin orientiert sich an Beschlüssen, die die Weltgemeinschaft, die EU, der Bund, viele Bundesländer, Kommunen und Berliner Bezirke zur nachhaltigen Entwicklung gefällt haben. Sie baut auf den Arbeiten der beiden Enquetekommissionen "Zukunftsfähiges Berlin" (1998-99) und "Zukunftsfähiges Berlin/Lokale Agenda 21" (2000-01) auf. Der Verein Berlin 21 e.V. koordiniert die Arbeit der Zivilgesellschaft. Noch in den Haushaltsverhandlungen hat das Abgeordnetenhaus sich zur Agenda 21 bekannt. Im März legte der Senat den ersten Umsetzungsbericht vor. Im Anschluss bekannten sich die Abgeordneten von SPD, Linken und Grünen in einer gemeinsamen Erklärung zu einer intensiven Diskussion des Berichtes.
Mit der heute von Senat erklärten Nichtgewährung der in den vergangenen Jahren gewährten Zuwendungen von 70 000 € an den Verein Berlin 21 e.V. droht dieser Prozess abrupt beendet zu werden. Es ist völlig unverständlich, dass der vom Verein bereits am 11.12.09 gestellte Antrag nicht bewilligt wurde, obwohl ausdrücklich keine Mängel in der Geschäftsführung des Vereins Geltend gemacht wurden. Wir werden die heutige Mitgliederversammlung von Berlin 21 nutzen gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie der Senat zur Umkehr von diesem Kurs des Abwickelns bewegt werden kann. Für Bündnis 90/Die Grünen ist der Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaftlich wesentliche Grundlage unseres politischen Wirkens.
Marion Piek (Vorsitzende), Dr. Gerold Fierment, Christian Wend, Brandenburg 21 e.V.
Mit einiger Verwunderung und Bestürzung haben wir als der "Schwesterverein" von Berlin 21 e.V. die von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angekündigte Mittelkürzung für den Verein zur Kenntnis genommen. Seit den Zeiten gemeinsamer Nachhaltigkeitsbemühungen in den beiden Ländern Berlin und Brandenburg, die organisatorisch im Runden Tisch für nachhaltige Entwicklung Berlin-Brandenburg und darauffolgend im Agendaforum ihren Niederschlag fanden, haben wir Brandenburger immer voller Respekt auf die vielfältigen politischen und fachlichen Aktivitäten zur Förderung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung in Berlin geschaut und uns sowohl die einschlägigen Parlamentsbeschlüsse, die Enquete–Kommissionen, die Förderung der zivilgesellschaftlichen Organisationen wie auch die Kommunikation zwischen Senatsverwaltungen und Modellprojekten zum Vorbild genommen. Der Verein Berlin 21 setzt sich entschieden für die Umsetzung der vom Abgeordnetenhaus von Berlin beschlossenen Berliner Agenda 21 ein und hat selbst durch die Betreuung von Beispielprojekten dazu wichtige Beiträge eingebracht. Berlin 21 trägt mit dem Einsatz - insbesondere auch von Vorstand und Geschäftsstelle - für die Allianz Mark & Metropole aktiv zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verzahnung der Länder Berlin und Brandenburg bei. Weniger Fördermittel würden diese gesellschaftliche Infrastruktur für die nachhaltige Entwicklung der Region in Frage stellen.
Es ist aus Brandenburger Sicht nicht verständlich, warum nun die begonnene partizipatorische Umsetzung der Berliner Nachhaltigkeitspolitik, der Berlin 21 in besonderem Maße verpflichtet ist, zurückgefahren wird.
Brandenburg schickt sich gerade an, einen Schritt nach vorn in Sachen Nachhaltigkeitspolitik zu gehen – auch in der Zusammenarbeit mit Berlin in der Metropolenregion, die eine Modellregion für Zukunftsfähigkeit werden könnte und sollte. Es wäre auch für uns Brandenburger nicht gut, wenn die federführende Senatsverwaltung zum Jagen getragen werden müsste. Deshalb unsere herzliche nachbarschaftliche Bitte: Steigen Sie wieder ein ins Boot gemeinsamer Bemühungen für eine lebenswerte und zukunftsweisende Stadt-Land-Region Berlin-Brandenburg.
Dr. Gerd Lehmann, Geschäftsführer, pro agro - Verband zur Förderung des ländlichen Raumes im Land Brandenburg e.V.
"Die Partner von Berlin 21 sind wichtig für die Zusamenarbeit zwischen Berlin und dem Land Brandburg.So waren und ist die Geschäftstelle und mehrere Mitglieder von Berlin 21 Gründungsväter und Mütter für die Regionalmarke VON HIER. Unter dieser Regionalmarke werden von 22 kleinen Unternehmen in Brandenburg und Berlin regionale Produkte in fast 150 Berliner Supermärkten vermarktet. Dadurch konnten im ersten Jahr 11 Arbeitsplätze im strukturschwachen ländlichen Raum Brandenburgs geschaffen werden. Berlin 21 war auch eines der Gründungsmitglieder von der Allianz Mark & Metropole, die im Roten Rathaus ins Leben gerufen wurde. Berlin 21 ist unverzichtbar für die Projekte zur Zusammenarbeit zwischen nachhaltig arbeitenden Akteuren in Brandenburg und Berlin."
Prime Lee, Dipl.Ing. FH Architekt
Mit großem Entsetzen habe ich erfahren, dass das Fortbestehen Ihres Vereins gefährdet ist. Ich finde es sehr wichtig, dass die Fragen und Impulse, die Sie in Berlin stellen und setzen mit Ihren vielfältigen Projekten, weiter bestehen.
Sie führen Menschen und Ideen zusammen und geben den vielen Menschen, die sich für die Agenda 21 einsetzen eine Bühne und ein Gesicht.
Ich bitte die Entscheider darum, die Unterstützung des Vereins uneingeschränkt fortzuführen und bin mir sicher, dass sich der Verein weiter entwickeln wird und viele weitere spannende Projekte realisiert, für ein nachhaltiges Berlin, in dem sich die Bürger wieder finden.
Karl-Heinz Haase, Autor.Regisseur.Schauspieler
"Mit Befremdung habe ich von den Kürzungen erfahren, mit denen der Verein B21 seitens der Senatsverwaltung bedacht worden ist. Unabhängig von der Qualität und Wichtigkeit der Arbeit von B21 – die m.E. nach meinen Erfahrungen sehr gut und immens hoch - gerade als Mittlerin und Vernetzerin von jungen Menschen und Initiativen mit der realen Welt ohne Identitätsaufgabe irgendeiner Seite ist - wird mit der Arbeit dieses Vereins auch ein hoffnungsfrohes und symbolträchtiges Zeichen für die Zukunft dieser Stadt gekappt. Es mag ein kleinerer Ast sein, auf dem ein gut vernetzter und sozial innovativer Teil Berlins sitzt, doch wenn der abgesägt wird, verliert die Stadt weitaus mehr als das, was sie vermeintlich mit den Sparmaßnahmen erhält.
Ich würde mir wünschen, dass die zuständigen Stellen ihre Absicht überdenken und nach anderen Lösungsmöglichkeiten Ausschau halten, nicht nur um zu beweisen, dass wir in einer vernunftbegabten Zeit leben. Große Städte brauchen dringend mehr solcher Vereine wie B21 und sollten die engagierten Menschen, die in diesen Vereinen arbeiten, bei allem Spardruck unter dem wir z.Z. alle stehen, nicht durch kurzsichtige Handlungen vor den Kopf stoßen. Eine kreative Stadt wie unsere lebt und hat Zukunft durch die Kraft und das Engagement ihrer Bewohner und ihre einzigartigen und zukunftweisenden Tätigkeiten. Eine unrichtige Entscheidung zu überdenken und zu ändern, zeugt von einer gewissen Größe, die unserer Gesellschaft öfter gut zu Gesicht stehen würde."
Uwe Ozminski, Kulturprojekte Berlin, id22: Institut für kreative Nachhaltigkeit
"Welcome to THE AGE OF STUPID.. Es ist kaum zu glauben, daß Eure Mittel so drastisch gekürzt werden sollen. Ich schätze Eure Arbeit seit Jahren, insbesondere bin ich der Auffassung, daß sich Euer monatlicher Newsletter zum wichtigsten Veranstaltungskalender der Berliner Nachhaltigkeitsszene etabliert hat (auch wenn sich manchmal ein Hinweis der fragwürdigen Green-Washing-Agentur "stratum" einschleicht). Auch Euer Infomagazin, in dem immer wieder inspirierende Artikel zu finden sind, solltet ihr weiter ausbauen und in einer höheren Auflage verteilen.
Die gute Kooperation mit id22 möchten wir nicht missen und weiter voranbringen. Ich erinnere mich z.B. gerne an das erfolgreiche Projekt "Bildungswerk Lokhalle" auf dem Südgelände oder Euren dortigen Jugendkongress 2009. Heute bin ich schon sehr gespannt, wieviele Menschen mit dem Feldforschungsfestival zur "Verschwindende Vielfalt" Mitte Mai erreicht werden können. Ohne Eure idealistische Arbeit könnte man in Berlin leicht den Eindruck bekommen, dass die "Lokale Agenda 21" lediglich ein gut gemeintes Lippenbekenntnis der Politik ist, die praktisch keine Handlungsfelder hat. Wie will es die Politik denn jemals schaffen, z.B. die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 % zu reduzieren, wenn sie ein funktionierendes bürgerschaftliches Engagement und konkret synergiestiftende Netzwerkarbeit in diese Richtung nicht mehr fördert?! In der derzeitigen Krise käme es mir sehr viel logischer vor, wenn Eure Mittel statt gekürzt, kurzerhand verdoppelt werden. Was einst vor fast 20 Jahren in Rio global beschlossen wurde, davon ist auf lokaler Ebene immer noch kaum etwas Realität. Hier in der Bundeshauptstadt müssten zunehmend kritische Bürger für die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts sensibilisiert werden, um idealerweise sogar Impulse für die UN-Konferenz 2012 geben zu können. Um den globalen Kollaps noch einigermaßen in den Griff zu bekommen, sollten radikale Veränderungen in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung nicht nur theoretisch manifestiert sein, sondern es braucht mehr konkretes Engagement, wie es bei Berlin 21 gängige Praxis ist. Sich für Umweltbelange und ein soziales Miteinander in der Gesellschaft zu engagieren, braucht nun einmal auch eine gewisse wirtschaftliche Tragfähigkeit. Diese darf seitens der Politik nicht beschnitten werden, sonst hätte die ganze Arbeit leider nichts mehr mit Nachhaltigkeit zu tun."
Dr. Klaus Wazlawik, Förderverein Lokale Agenda 21 Treptow-Köpenick e.V.
"Als in Treptow-Köpenick am 26 + 27.09.2008 "15 Jahre Lokale Agenda 21" gefeiert wurde und wir gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung dieses Jubiläum würdigten, war allen klar, dass nun eine Erneuerungsphase im Agenda 21-Prozess für Berlin einsetzt (u.a. begannen danach wieder die Arbeitstreffen mit den Bezirken in den Räumen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung). Wir waren alle davon überzeugt, dass mit der Umsetzung der Agenda 21 dem Verein Berlin 21 e.V. eine entscheidende Rolle zukommt. Im Jahr 2012 findet in Rio die Nachfolgekonferenz "Rio plus 20" statt. Dabei wird auch eine Analyse der Agenda 21-Arbeit der letzten 20 Jahre vorgenommen. Die Rolle der Zivilgesellschaft im Abschnitt 3 der Agenda 21 (Kapitel 23-32) wird eine wichtige Rolle spielen. Die Entscheidung des Senats, die Arbeit von Berlin 21 gravierend zu reduzieren, steht diesen Aktivitäten entgegen. Wir rufen die Senatsverwaltung auf, Ihre Entscheidung rückgängig zu machen."
Simone Wiegratz, Geschäftsführerin, ARiC Berlin e.V. Antirassistisch-Interkulturelles Informationszentrum
"Seit 2003 veranstaltet ARiC Berlin die "Tage des interkulturellen Dialogs". Diese Initiative richtet sich zum einen an Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Organisationen und Institutionen, zum anderen aber auch und ganz ausdrücklich an Einzelpersonen - Eltern, Nachbar/innen, junge Menschen, Senior/innen, etc. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Religion und Bildung reden miteinander, sprechen über offene Fragen und Konflikte und suchen gemeinsam nach Lösungen. Unser gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Stadtentwicklung als eine Aufgabe aller Berlinerinnen und Berliner. Unsere Vision beschreibt das 2008 überarbeitete Leitbild für ein Berlin 2020 (http://www.tage-des-interkulturellen-dialogs.de/leitbild/ ). Bereits 2004 begannen auch Akteure der Lokale Agenda 21 Berlin die Tage des interkulturellen Dialogs zu nutzen, um die Breite der Akteure zu erweitern. Dialogtische zu Themen wie Umweltgerechtigkeit, Wasser ist leben oder Interkulturelle Gärten erweitern Horizonte u.a. stärken das Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund bei der zukünftigen Gestaltung von Berlin. Die Bewegung unter dem Dach von Berlin 21 darf nicht ausgehungert werden! Das ist eine Verschwendung von Ressourcen, die seit vielen Jahren in Berlin aufgebaut wurden, auch mit Steuergeldern aber nicht nur. Diese Bewegung lebt auch vom Engagement vieler – daran wird sich ARiC Berlin weiterhin beteiligen."
Dr. Michael A. LaFond, id22: Institute für kreative Nachhaltigkeit, Berlin + e x p e r i m e n t c i t y: EXPERIMENTDAYS, WOHNPORTAL
"Thanks to Berlin 21 and its network of activists working over many years, the Agenda 21 was finally adopted in 2006 as a guiding, sustainable vision for Berlin’s future development. It would be unfortunate to stop the work of Berlin 21 now and leave the Agenda 21 to collect dust in forgotten archives. Berlin, already recognized internationally as a Creative City, is also wanting and trying to gain attention as a Sustainability City. Berlin’s greatest strength is however in its emergence as a city of creative sustainability, and is supported in this effort by thousands like myself who are from “somewhere else”, drawn to this City of possiblities, and supported by networks such as Berlin 21. Berlin is emerging as a laboratory for “cultures of sustainable development”, meaning cooperative, participatory initiatives which serve to create and maintain urban spaces, further democratize planning and development and increase local capacities. This is a plea to continue supporting the Berlin 21 network, both from above and below."
Andrea Haas-Wohlfarth, Elisabeth Hauschildt, Katrin Bastian - planwerkstatt-Generationengärten
"Berlin 21 ist ein wichtiger Berliner Akteur, der im Rahmen der Nachhaltigen Entwicklung wertvolle Arbeit leistet und den Agenda 21 Prozess vorantreibt. Der Verein bildet eine unverzichtbare Schnitt- und Kontaktstelle. Er ist Sprachrohr, bündelt Aktivitäten, koordiniert, moderiert und unterstützt innovative Initiativen und gesellschaftspolitische Ideen, die so wichtig sind für eine Nachhaltigkeits-Wende in unserer Stadt. Für unser Projekt der Leit- und Beratungsstelle Generationengärten haben wir die Zusammenarbeit mit Berlin 21 als kooperativ und unterstützend erlebt; Berlin 21 stellte wichtige Kontakte zu geeigneten Förderern und Kooperationspartnern her. Die übergeordnete Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit von Berlin 21 hat uns in unserer bisherigen Arbeit, nicht nur ideell sondern auch materiell, weitergebracht. Wir danken Berlin 21 dafür, dass unser Projekt in die Liste der Leitprojekte 2009 aufgenommen wurde, was positive Wirkung auf unsere Öffentlichkeit hat.
Als ein wichtiger Beitrag zur „grünen Hauptstadt Berlin“ wurde Ende März 2010 durch Berlin 21 das 1. Akteurstreffen aller Berliner Garteninitiativen mit initiiert und gefördert. Hierdurch wurde ein wichtiger Beitrag der Vernetzung und eine Würdigung des bürgerschaftlichen Engagements geleistet.
Wir appellieren an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. In unseren Augen dürfte es nicht um eine Diskussion der Kürzung der Mittel gehen, sondern vielmehr um eine Aufstockung. Für eine nachhaltige Entwicklung in unserer Gesellschaft gilt es noch viele ökologische und gesellschaftspolitische Konflikte zu bearbeiten, Berlin 21 ist hier eine unverzichtbare Größe."
Corinna Vosse, Vorstand Kunst-Stoffe - Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien e.V.
"Als Berliner Akteure auf dem Handlungsfeld Nachhaltige Entwicklung halten wir die Arbeit des Vereins Berlin 21 für überaus wichtig. Wir haben bereits zu mehreren Anlässen an den Aktivitäten des Vereins partizipiert und diese Zusammenarbeit als große Bereicherung erlebt.
Der Förderfonds des Vereins hat uns im Jahr 2008 ermöglicht, die dringend benötigte Einrichtung von Büroarbeitsplätzen technisch zu verbessern. 2009 hat Kunst-Stoffe an dem von Berlin 21 initiierten Jugendfestival 'Zukunft lockt' teilgenommen, mit großem Gewinn für unsere Workshopentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Projekt ist 2009 in die Leitprojekte-Sammlung aufgenommen worden, die von Berlin 21 moderiert wird, eine Auszeichnung, die wir in unserer Öffentlichkeitsarbeit hervorragend nutzen können. Mit diesen Aktivitäten sind nur wenige der vielen laufenden Projekte und erreichten Erfolge der Arbeit von Berlin 21 genannt. Die Aufzählung macht außerdem deutlich, dass die Arbeit des Vereins weite Kreise zieht und neben unserer Einrichtung auch für viele andere Berliner Nachhaltigkeits-Akteure großen Nutzen stiftet.
Wir sprechen uns daher mit Nachdruck für die zukünftige Unterstützung des Vereins Berlin 21 durch das Land Berlin aus. Für die Implementierung der vom Senat verabschiedeten Lokalen Agenda für Berlin ist der Verein eine unverzichtbare Kraft, indem er Projekte konzipiert und anstößt, Aktivitäten bündelt, Bündnisse koordiniert, Öffentlichkeit schafft, Dialog moderiert und vieles mehr."
Michael Wimmer, Geschäftsführer Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V.
Der Ökolandbau bzw. die daraus erwachsene ökologische Lebensmittelwirtschaft ist eines der Erfolgsbeispiele, welchen Beitrag zivilgesellschaftliches Engagement - und sei es das private Konsumverhalten des Bürgers- für regionalen Wohlstand und Lebensqualität leisten können. Neue gesellschaftspolitische Ansätze und Konzepte fallen aber nicht vom Himmel, sondern wollen erarbeitet werden. Das auch vom Senat gern gesehene verantwortliche Verhalten des einfachen Bürgers fällt einem nicht in den Schoß, sondern benötigt einen funktionierenden Resonanzkörper. Berlin 21 ist so ein Resonanzkörper und Kristallisationspunkt für neue Ansätze. Einer der vielen kleinen Leuchttürme, von denen die Metropole Berlin lebt und zehrt. Aber auch Leuchttürme brauchen ein bißchen Strom, sonst geht nicht nur im Turm das Licht aus!
Ich kann daher nur an die politisch verantwortlichen Personen appellieren, aufzuwachen, sich den vom Abgeordentenhaus am 26.6.2006 verabschiedeten Agenda-Beschluss zu Gemüte zu führen und spätestens dann das Licht wieder anzumachen!
Ayla Yilmaz, Vorstandsvorsitzende AKARSU e.V.
Als neues Mitglied von Berlin 21 bedauern wir die Nachricht über die Mittelkürzung durch SenStadt. Wir würden uns sehr freuen, wenn die Arbeit von Berlin 21 in der bisherigen Form fortgesetzt werden könnte. Die Vernetzung nachhaltiger Projekte, Aktionen und Initiativen ist in unseren Augen in seiner bisherigen Form nur unter einem handlungsfähigen Dach von Berlin 21 möglich. Daher unterstützen wir die Forderung, dass der Verein die Mittel in ungekürzter Höhe erhält.
Frauke Godat, Zukunft geht zur Schule, The Hub Berlin
"Nachhaltigkeit ist ein globales Thema, was Netzwerke braucht, um es lokal umzusetzen. Berlin 21 ist das lokale Netzwerk in Berlin, was eine zentrale Rolle in der lokalen Nachhaltigkeits-Netzwerkarbeit leistet. Somit setze ich mich hiermit fuer die weitere Handlungsfaehigkeit des Vereins ein."
Dr. Edgar Göll, IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung
"Auf dem UN-Erdgipfel 1992 wurde ein außergewöhnlicher weltweiter Innovationsprozess in die Wege geleitet. Eine Absetzbewegung von bisherigen unzureichenden, ja destruktiven Politiken hin zu zukunftsfähigen Entwicklungspfaden findet statt. Immer mehr Akteure machen sich das ambitionierte Leitbild für das 21. Jahrhundert zu eigen und nutzen es als handlungsleitendes Konzept. Die UN wird 2012 zu einer Gipfelkonferenz "Rio+20" in Rio de Janeiro einladen, vielerorts wird Bilanz gezogen und über Verbesserungen gearbeitet und breit diskutiert werden. Die lokale Nachhaltigkeitsarbeit hat Vieles bewegt, doch die Resultate reichen lange nicht hin – auch Berlin ist noch weit von einer nachhaltigen urbanen Region entfernt. Alle Erfahrung zeigt, dass Nachhaltigkeitspolitik starke AKTEURE benötigt, auf Bundesebene sind der RNE und der Parlamentarische Beirat für NE im Bundestag zu schwergewichtigen und treibenden Akteure gewachsen und optimieren ihre Aktivitäten kontinuierlich weiter. Demgegenüber findet ausgerechnet in der Hauptstadt Berlin ein stufenweiser Abbau von Handlungskapazitäten statt: in Senatverwaltungen, in einigen Bezirken und nun soll sogar der für eine Metropole minimale Zuschuss an "Berlin21" halbiert werden. Hier scheint die zivilisatorische Herausforderung "Nachhaltige Entwickung" nicht wirklich, nicht in ihren strukturellen Tiefendimensionen verstanden zu worden zu sein sondern als begrenztes Projekt. Wir müssen deshalb mit Nachdruck eine angemessene Aufstockung und anderweitige Unterstützung einfordern. Die Argumente sind auf unserer Seite."
Matthias Schnauss, Büro für Nachhaltige Entwicklung
"... ich bin sehr betroffen über die mangelnde Kooperation im Senat und entsetzt über die Mittelkürzung und die angewandte erpresserische Methode. Ich kann Euch nur ermuntern, dagegen anzukämpfen, Euch die Daumen drücken und nach Möglichkeit bei Aktionen versuchen zu unterstützen ..."
Jonathan Lys, Student aus Frankreich (O-Ton)
"Vor zwei Jahren bin ich für ein Praktikum nach Berlin gekommen, um eine Erfahrung mit dem Thema Nachhaltige Entwicklung bei Berlin 21 zu bekommen. Nach zwei Jahren Studium komme ich wieder nach Berlin. Warum? Berlin 21 hat mir während 5 Monaten gezeigt, warum seine Arbeit wichtig für eine Gesellschaft ist: generationsübergreifende Zusammenarbeit, Interesse an allen neuen berlinerischen Initiativen oder Partizipation mit den Bürgen. In Frankreich habe ich nie einen Verein oder eine Organisation wie Berlin 21 gesehen, die sich für eine nachhaltige Zukunft engagiert hat. Will die Senatsverwaltung die Arbeit der Bürger auslöschen?"
Doris Müller, Berliner Kinderzeitung KIEK MAL, Kinder in der Stadt e.V.
"Berlin 21 vermittelt Werte an die jüngste Generation!
Es ist beschämend, ja empörend, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit Menschen und engagierten Projektträgern umgeht, die sich aktiv für die Zukunft in unserer Stadt einsetzten. Der Verein Kinder in der Stadt e.V., Herausgeber der Berliner Kinderzeitung KIEK MAL, hat bei Berlin 21 e.V. ein Dach gefunden, das Zukunftsthemen für Kinder fundiert unterstützt. In kreativer Zusammenarbeit mit Vorstand und Mitgliedern, mitgetragen von der Geschäftsführung, entstanden Beiträge, die Kindern wichtige Werte für ihre Zukunft vermitteln. Da ging es um das Wissen über die Endlichkeit der Ressourcen unseres Planeten, um ein gesundes Bewusstsein für die Natur und Erkenntnisse zur lebenswerten Alltagsbewältigung jenseits von CO2 Emissionen. Solche Themen liegen uns für unsere Kinder besonders am Herzen.
Gemeinsam mit Berlin 21 e.V. haben wir die lokale Agenda 21 mit Leben erfüllt und erlebt, wie sehr sich gerade die jüngste Generation, Mädchen und Jungen im Grundschulalter, um die Zukunft sogen und bereit sind, selbst dafür aktiv zu werden. Besonders ihre eigenen kreativen Ideen für eine ökologisch vertretbare, lebenswerte Zukunft zeigen das immer wieder, aktuell z.B. in einem von Berlin 21 und KIEK MAL ausgerufenen Comicwettbewerb mit dem Titel „KIEK MAL in die Zukunft! Wir fordern, dass der engagierte Verein Berlin 21 e.V. weiterhin die finanzielle Unterstützung bekommt, die er nötig hat, um die Zukunftsprobleme des 21. Jahrhunderts engagiert und kreativ anzugehen, ganz im Sinne unserer Kinder."
Frank Möller, CARambolagen
"Eine Mittelkürzung von 50% für "Berlin 21" durch SenStadt - wie typisch!
Dies ist eine weitere Bankrotterklärung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Wir als CARambolagen halten eine zukunftsfähige Stadtentwicklung mit einer Senatorin Junge-Reyer schon länger für unmöglich. In der Person dieser Senatorin, aber auch in den Ausführungen ihrer führenden verbeamteten Verwalter des rasenden Stadtentwicklungs-Rückschritts, sehen wir das letzte Aufgebot einer verantwortungslosen, arroganten, ideologisierten und somit geistig erstarrten Technokratie, die schon lange nicht mehr in der Lage ist, die richtigen Entscheidungen für das Berlin des 21. Jahrhunderts zu treffen. Man ist von der Nachhaltigkeit so weit entfernt, wie das SED-Regime von der Freiheit und gebärdet sich ähnlich realitätsfern und arrogant, wie das Politbüro in den Wochen vor dem Mauerfall.
Wir fordern von Staatssekretärin Krautzberger einen Zuwendungsbescheid für "Berlin 21" ohne jegliche Mittelkürzungen! Wir sehen den Agenda-21-Prozess für einen wichtigen Baustein für die Nachhaltigkeits-Wende in Berlin. Statt den Prozess zu behindern und verkümmern zu lassen, sehen wir SenStadt in der Pflicht ihn pro-aktiv zu unterstützen und seine aus ihm resultierenden Empfehlung umzusetzen."
Till N. P. Schneider, Christoph Hahn, Schneider & Hahn Grafik und Motion Design:
"Initiativen im Geist der Nachhaltigkeit sind im Kontext der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung Deutschlands unserer Ansicht nach mindestens genauso bedeutend wie die Studentenbewegung Ende der 60er Jahre oder die Umweltschutz- und Anti-Atomkraftbewegung seit den 70er Jahren. Wir glauben, sie können ganz genauso ein kollektives Umdenken und politischen Fortschritt bewirken.
Wir haben jetzt tatsächlich die Chance, in eine solche Bewegung alle Teile der Bevölkerung zu integrieren und unsere Gesellschaft voran zu bringen. Und nicht nur haben wir die Chance, es besteht die unumstößliche Notwendigkeit dazu, um ein Scheitern unserer Kultur an sich selbst zu verhindern. Die Gefahr, diese Möglichkeit ungenutzt verstreichen zu lassen, ist für uns eine katastrophale Vorstellung.
Die geplante Mittelkürzung ist de facto ein Todesurteil für viele Aktivitäten wie jene, die in der Vergangenheit von Berlin 21 mit großem Erfolg durchgeführt worden sind, und die wir gern und überzeugt mit begleitet haben. Das darf nicht passieren.
Wir werden uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht nur dafür einsetzen, dass der Verein in seiner jetzigen Form bestehen bleibt, sondern auch dafür, dass Berlin 21 zukunftssicher die Mittel zur Sicherstellung seine Arbeitsgrundlage behält."
Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen, freie Journalistin und Privatdozentin am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin:
"Wir von der AG Kleinstlandwirtschaft sind empört über die 50-prozentige Mittelkürzung seitens der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für den Verein Berlin 21 e.V. und diesen Umgang mit Ihrem Engagement für den Klimaschutz und den Agenda-21-Prozess in Berlin. Jeder weiß, daß Menschen, die ehrenamtlich oder auf halben oder Eindrittelstellen etwas für das Gemeinwohl leisten, sich in der Regel überengagiert und vorbildlich für ihre Sache einsetzen. Berlin hat in den letzten Jahren erhebliche Erfolge erreichen können hinsichtlich Lärmschutz an lauten Hauptstraßen etc. Die Autoabgase, denen die Bewohner ausgesetzt sind, haben sich deutlich vermindert. Überall entstanden Fahrradwege und Fahrradstreifen, setzen sich Bürger für Bürgerparks, grüne Hinterhöfe und Gemeinschaftsgärten ein. Berlin gilt weltweit als eine der "grünen Hauptstädte".
Es ist unverständlich, wieso ein rot-roter Senat statt die guten Resultate bürgerschaftlichen Engagements zu würdigen, einem so erfolgreichen Verein wie Berlin 21 e.V. die Finanzierung der für eine solche Arbeit absolut notwendigen und ohnehin unterfinanzierten Geschäftsstelle wegkürzt. Zumal nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen weltweit jedermann und jedefrau weiß, das entscheidende Engagement für den Klimaschutz muß von
unten kommen! Ein gravierender Klimawandel mit als erster Folge weltweitem Migrationsdruck ist nur noch zu verhindern, durch die tätige Mitarbeit von den einzelnen Bürgern sowie von den kleinen Gemeinden und einzelnen
Bundesländern. In den USA haben schon oft in der Geschichte einzelne Bundesländer Vorreiterfunktionen übernommen und konnten später damit sogar das schwerfällige Bundesschiff in Bewegung setzten. Bei uns sind die
politischen Verhältnisse dank Liberalisierungsdruck- und politik ähnlich festgefahren. Ein ernstzunehmender Klimaschutz kann nur noch und muß daher aber auch von unten kommen.
Ein rot-roter Senat sollte daher Bürgerengagement würdigen und finanziell so ausstatten, daß ehrenamtliches Bürgerengagement und der Klimaschutz in Berlin und weltweit eine ernsthafte Chance erhält."
Hans-Hermann Hirschelmann, Future-on-Wings e.V. Interaktionen für Zukunftsfähigkeit:
"Das ist ja entsetzlich! Der rot-rote Senat bettelt darum, abgewählt zu werden!"
Ingmar Mundt, Stellv. Vorsitzender Gesellschaft für Nachhaltigkeit e.V.:
"... das sind natürlich keine guten Nachrichten. Auf die Arbeit von B21 für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Berlin mit einer hohen Lebensqualität kann nicht verzichtet werden. Gerne bin ich bereit Euch beim Kampf zu unterstützen. Ich bin auch bereit mich ehrenamtlich stärker und direkter bei B21 zu engagieren, wenn dies möglich ist..."

