Klimaanpassung und Resilienz als Kernaufgabe einer transformativen Stadtentwicklung für die nächste Legislaturperiode
Die gegenwärtige Überlagerung globaler, regionaler und auch lokaler Krisenphänomene führt zu einem massiven Anpassungsdruck auf die Infrastrukturen der Daseinsvorsorge. Wir alle sind oder werden betroffen sein von klimawandelbedingten Extremwetterereignissen, sommerlichen thermischen Belastungen in hochverdichteten Stadträumen, einer in die Jahre gekommenen Infrastruktur, hybriden Bedrohungslagen, Angriffen im Digitalraum bis hin zu Anschlägen im analogen Raum. Erforderlich ist nun eine fundierte Auseinandersetzung mit der Widerstandsfähigkeit urbaner Systeme.
Leben in der Polykrise
Längst agieren Politik, Planung und Verwaltung nicht mehr im Kontext isolierter Herausforderungen, sondern innerhalb einer komplexen Polykrise. Vor diesem Hintergrund stellt sich für Berlin die zentrale Frage, wie die Notwendigkeit zur urbanen Resilienz systematisch als Katalysator für eine zukunftsfähige Metropolenentwicklung genutzt werden kann und ob die anstehende Transformation in ihrer Tragweite mit den großen infrastrukturgeschichtlichen Umbrüchen der letzten 150 Jahre vergleichbar ist und auch, was aus früheren Umbruchphasen gelernt werden kann.
Resiliente und nachhaltige Stadtentwicklung verbinden
Eine resiliente und nachhaltige Stadtentwicklung kann unter diesen veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr als punktuelle Ergänzung verstanden werden. Sie erfordert eine tiefgreifende, strukturell verankerte ökonomische, politische und sozialökologische Transformation, die technologische Innovationen, institutionelle Steuerung und soziokulturellen Wandel konsequent verbindet.
Im Rahmen dieser Podiumsdiskussion erörtern Fachexpert:innen aus Zukunftsforschung, Infrastrukturforschung, Politikwissenschaft und Unternehmenspraxis die strategischen Weichenstellungen für die kommende Legislaturperiode in Berlin.
Programmatische Schwerpunkte
Gegenwart – Status quo, Krisendruck & Orientierung
Der erste Block widmet sich der Bestandsaufnahme der Berliner Stadt- und Infrastrukturlandschaft. Diskutiert wird, inwieweit die Steuerungsebenen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft das Ausmaß der Polykrise erfasst haben und ob bisherige Maßnahmen zur Transformation ausreichen. Auch wird kurz auf neue daten- und faktenbasierte Instrumente zur Entscheidungsfindung sowie die Frage, inwiefern eine kohärente strategische Gesamtvision für Berlin existiert, Bezug genommen.
Nahe Zukunft – Politische Rahmenbedingungen & Handlungsfelder
Im Mittelpunkt des zweiten Blocks stehen die institutionellen und ordnungspolitischen Stellschrauben für die kommende Legislaturperiode. Es wird diskutiert, welche strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um das Leitbild „urbane Resilienz“ in die Anwendung zu bringen und umsetzungsrelevanten Akteur:innen verlässliche Ziele und Grundlagen an die Hand zu geben. Zur Debatte steht unter anderem, ob neue Formen einer parteiübergreifenden, fokussierten Steuerung („protektive Technokratie“) erforderlich sind, um städtisches und staatliches Handeln auf Schadensbegrenzung und Resilienzaufbau zu konzentrieren.
Mittlere Zukunft – Positive Narrative, Mut & neue Allianzen
Der dritte Block adressiert die gesellschaftliche und kulturelle Dimension der Transformation. Diskutiert wird, welche tragfähigen Narrative notwendig sind, damit die Transformation nicht primär als Einschränkung, sondern als Qualitätsgewinn für die städtische Daseinsvorsorge verstanden wird. Zudem wird erörtert, welche neuartigen branchen- und sektorübergreifenden Allianzen abseits etablierter Pfade erforderlich sind, um strukturelle Blockaden in der Stadtentwicklung aufzulösen.
Abschluss-Lesung – Perspektiven einer positiven Vision für Berlin
Zum Abschluss präsentiert Prof. Dr. Stephan Rammler einen Auszug aus seiner aktuellen Publikation „Eurotopia 2050 – Europa im Zeitalter der Resilienz“, der ein narratives Best-Case-Szenario für eine gelungene gesellschaftliche und infrastrukturelle Anpassung skizziert.
Mitwirkende auf dem Podium
- Prof. Dr. Stephan Rammler – Sozialwissenschaftler, Ökonom und Zukunftsforscher; freier Wissenschaftler und Autor
- Hon.-Prof. Dr. Timothy Moss – Senior Researcher, Leibniz Universität Hannover,
IRI THESys / Humboldt-Universität zu Berlin - Dr. Juliane Haus – Soziologin und Transformationsforscherin, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung / WZB
- Michael Knoll – Leitung Urbane Transformation & Stakeholdermanagement, GASAG
Moderation: Tanja Samrotzki
Alle Themenblöcke werden kurz für Fragen und Statements aus dem Publikum geöffnet.
Austausch & Vernetzung
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion besteht bei einem Get-Together mit Getränken und Brezeln die Möglichkeit zum vertiefenden fachlichen Austausch und zur Vernetzung.
Teilnahme und Anmeldung
Eine Anmeldung zur Teilnahme an der Veranstaltung ist notwendig.
Bitte melden Sie sich dazu auf der Seite des Programmeintrages der Aktionswoche „Berlin spart Energie” 2026 an.

