Neue Transformations-Impulse aus Schule und Sport
Mit dem Projekt „SPIEL MIT ZIEL: Abfall abpfeifen, Biodiversität boosten, Ressourcen retten!“ entsteht Nachhaltigkeit dort, wo sie wirksam wird: im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Die vergangenen Wochen zeigen, wie schnell aus ersten Impulsen konkrete Veränderungsprozesse entstehen – wenn Räume für Mitgestaltung geöffnet werden.
An einer neuen Projektpartner-Schule in Köpenick haben die Schüler:innen im Workshop am 11. Juni die Themen klar benannt: Die Qualität und der Preis des Schulessens werden kritisch gesehen, ein Spendenlauf zur Finanzierung eigener Projekte ist in Planung, und auch der Wunsch nach einem grüneren Schulhof ist deutlich formuliert – inklusive konkreter Ideen wie einem Schulgarten oder zusätzlichen Sitzmöglichkeiten, etwa durch den Bau einer Schaukel. Gleichzeitig wird sichtbar, wo strukturelle Hürden liegen, denn eine Mülltrennung findet bislang kaum statt, weil es im Klassenraum nur einen Mülleimer gibt.
Im anschließenden Treffen mit interessierten Lehrkräften wurden direkt Pläne geschmiedet. Eine Nachhaltigkeits-AG wird aufgebaut und auch für die Schüler:innen angeboten. Im Fach WAT sollen als Werkstücke für die Holzarbeit Insektenhotels gebaut werden und das Thema Ernährung wird stärker mit Nachhaltigkeitsaspekten verknüpft. Auch für die Gestaltung von Exkursionstagen werden im Rahmen des Projektes neue Ideen entwickelt.
Diese Beispiele zeigen sehr konkret, worum es in der transformativen Bildungsarbeit geht. Probleme werden nicht abstrakt vermittelt, sondern aus dem eigenen Umfeld heraus erkannt und weitergedacht.
Ein ähnliches Prinzip zeigt sich im Sport. Beim Basketballverein BC ASKA wurden im Rahmen eines Clean-up-Days rund um die Sporthalle innerhalb von knapp 20 Minuten 15 Kilogramm Müll gesammelt. Die Menge macht das Thema unmittelbar greifbar – nicht als Konzept, sondern als Realität vor der eigenen Tür. Im Anschluss folgten ein gemeinsames Picknick im Zero-Waste-Format und ein Turnier.
Solche Formate verbinden Aktivität, Gemeinschaft und Reflexion. Sie schaffen eine emotionale Verbindung zum Thema, die über reine Wissensvermittlung hinausgeht. Eine Rückmeldung aus dem Umfeld bringt das gut auf den Punkt: Nachhaltigkeit wirkt dann besonders stark, wenn sie mit positiven Erfahrungen verbunden ist und im eigenen Handeln spürbar wird.
Mit Blick nach vorne wird diese Verbindung weitergeführt. Gemeinsam mit BC ASKA ist ein Basketball-Camp in der ersten Woche der Sommerferien geplant. Dort soll zu Beginn gemeinsam festgelegt werden, welche konkreten Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden können – ein nächster Schritt, der Verantwortung und Gestaltungsspielraum direkt zusammenbringt.
Was sich in beiden Kontexten zeigt, ist ein wiederkehrendes Muster. Sobald junge Menschen eigene Themen formulieren und ernsthaft einbezogen werden, entstehen Prozesse, die über einzelne Aktionen hinausweisen. Genau darin liegt das Potenzial von Transformation – nicht im einmaligen Impuls, sondern im Aufbau von Strukturen, die eigenständig weiterwirken.
